Hardware

Sie wollen Digital Painting und professionelle Bildbearbeitung machen?! – Dann benötigen Sie neben der Software auch ein Grafiktablett, Pen-Display oder Tablet PC. Aber welches Gerät kommt für Sie in Frage. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick und Entscheidungshilfe beim Kauf.

Das klassische Grafiktablett

„Mit der Maus zu malen, ist zwar möglich, aber nicht besonders an
genehm. Der Mauszeiger bewegt sich zu ungenau und lässt kein wirkliches „Malgefühl“ aufkommen. Das liegt zum einen an der Handhaltung, zum anderen aber auch an dem sogenannten Druckpunkt der Maus, den man nicht regulieren kann. Das bedeutet, ähnlich wie bei einer Sprühdose kommt immer „die gleiche Menge Farbe“, wenn man auf die Taste drückt.
Aus diesem Grund gibt es bereits seit vielen Jahren so genannte ​
Grafiktabletts, die sich wie Papier und Pinsel benutzen lassen. Das Grafiktablett besteht aus einem flachen Tablett, das entweder per ​
Kabel oder auch kabellos über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Computer verbunden wird. Dazu gehört außerdem ein elektronischer Stift. Dieser Stift sendet Daten über die Druckstärke, Bewegung und gegebenenfalls am Stift gedrückte Tasten an das Tablett, das sie an den Computer weiterleitet. Mit bis zu 2048 Druckstufen bei aktuellen Modellen sind die Grafiktabletts feinfühlig genug, um jeglichen Andruckunterschied für Deckkraft oder Duktus umzusetzen.
Auf dem Grafiktablett kann also absolut echt gemalt und gezeichnet werden – mit dem einzigen Unterschied, dass das Ergebnis nur auf dem Monitor ​
angezeigt wird. Hier ​
liegen dann auch die größten Anfangsschwierigkeiten: Die Hand bewegt sich auf dem Tablett, ​
während die Augen die Strichführung auf dem Monitor verfolgen ​
müssen. Das ist eine Höchstleistung für das menschliche Gehirn, die sehr gewöhnungsbedürftig ist. Doch auch hierbei macht Übung den Meister. Grafiktabletts gibt es in verschiedenen Größen zwischen DIN A6 (Postkartenformat) und DIN A3 (Zeichenblockgröße).

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WACOM Intuos Pen&Touch M für den Einsteiger und Semiprofi. Das Intuos hat ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und bietet alles für den professionellen Einstieg ins Digitale Malen und Bildbearbeitung. Mit einem Straßenpreis von 160 bis 190 Euro bietet das Tablet eine hohen Funktionsumfang und jahrzehntelang ausgereifte Technologie. Im Gegensatz zum Intuos Pro hat das Intuos weniger Express-Keys und Druckempfindlichkeitsstufen. Dies ist aber nicht weit dramatisch und man kann auch einen sehr guten Workflow mit 4 Expresstasten erzeugen. Den Unterschied zu 2048 Druckstufen beim Intuos Pro Modell merkt man fast gar nicht. Allerdings lassen sich beim Intuos keine weiteren Spezialstifte wie „Airbrush“ nachrüsten. Man muss also mit dem beiliegenden batterielosen Standard Grip-Pen auskommen. In der Praxis arbeiten die Meisten Künstler sowieso mit dem Standard Grip-Pen. Übrigens den kleinen Bruder in Größe „S“ gibt es für ca. 80 Euro im Handel.

Hier noch mal die Features im Überblick:

  • 1024 Druckstufen
  • 642 g
  • Aktive Malfläche: 216x137mm (das ist mit das Entscheidende bei der Auswahl)
  • 4 ExpressKeys
  • Mutli-Touch: Ja
  • Optionales Wireless Kit erhältlich (dann kann man es ohne Kabel auf dem Schoß nutzen)
  • Intuos_Pro-PTH451_Overhead_RGB_LowRes
    WACOM Intuos Pro Größe S bis L Das Intuos Pro ist für den professionellen Anwender konzipiert. Das schlägt sich im Funktionsumfang und Preis nieder. Die Intuos Pro Modelle verfügen über 2048 Druckstufen, Touchring (z.B. zum ein- und auszoommen), je nach Modell 6 oder 8 ExpressKeys, eine Neigungserkennung und die Option mit weiteren Stiften wie Airbrush und Classic Pen zu arbeiten. Das Modell S gibt es für Straßenpreis ca. 200 Euro, das M für ca. 300 Euro und das ganze Große L für 450 Euro. Alle Modell sind auch Wireless zu nutzen und haben eine Multi-touch Oberfläche. Möchte man also mehr Expresskeys, sowie vor allem auch den Touchring und weitere Pens nutzen, kommt man um ein Intuos Pro nicht vorbei. Im empfehle auch hier die „M“ Variante – da dieses ausreichend groß für alle Anwendungsgebiete ist und auch nicht zu viel Platz auf dem Arbeitstisch einnimmt. Man bedenke bei der Aktiven Malfläche auch, das je größer diese ist auch die Zeichenwege (Armführung) länger sind.

    Hier noch mal die Features im Überblick:

  • 2048 Druckstufen
  • 660 bis 1800 g
  • Aktive Malfläche zw. 158x98mm (Postkartengröße) und 325×203 mm (Überformat A4)
  • 6 oder 8 ExpressKeys
  • Touchring
  • Neigungswinkel: ja
  • Mutli-Touch: Ja
  • Optionales Wireless Kit erhältlich (dann kann man es ohne Kabel auf dem Schoß nutzen)
  • Das Pen Display: Monitor & Tablett in einem

    Das große Problem des Digital Paintings liegt – wie schon eingangs erwähnt – darin, dass sich Hand und Augen auf unterschiedlichen Flächen bewegen müssen.
    Auch dieses Problem hat die Industrie mittlerweile gelöst: Es gibt so genannte Pen Displays. Das sind Monitore, die gleichzeitig Grafik-Tabletts sind.
    Das Prinzip ist ganz einfach: Die Geräte lassen sich als ganz normaler TFT-Monitor senkrecht benutzen oder zum Malen oder Zeichnen einfach flach auf den Tisch legen.
    Mit dem dazugehörigen Stift kann man dann direkt auf dem Monitor malen – wie auf Papier. Die Übersetzung vom Stift auf den Monitor ist nahezu punktgenau und ermöglicht sehr präzises Arbeiten. Bei Wacom stehen die Modelle Cintiq-Modelle 13HD, 22HD, 22HD touch sowie 24HD und 24HD toch mit bis zu 24 Zoll zur Auswahl. Einziges Handicap ist der Preis: Das 13 Zoll-Display kostet derzeit um die 850 €, der große Bruder Cintiq 22HD sogar knapp 1700 € und das Flagship 24 HD 2149 Euro. Der Einsatz lohnt sich also wirklich nur für ambitionierte oder professionelle Anwender wie Grafik Designer, Custom Painter, Tattoo-Artist, Architekten oder Illustratoren.
    Alternativen zu den Wacom Geräten tauchen immer wieder mal auf. Diese sind zwar oftmals wesentlich günstiger, aber in vielen Fällen nicht so komfortabel und genau wie die vom Markführer. Die Modelle von Belinea und P-Active zum Beispiel werden mit Batterien im Stift betrieben. Dadurch ist der Stift recht schwer.
    Nur der SenTip 1201WD der Firma Hanvon oder das Yiynova MSP19U arbeitet ebenfalls mit ​
einem druckempfindlichen und batterielosen Stift. Mit einem Straßenpreis von ca. 650 € liegen dieses Gerät mittlerweile in einem bezahl
baren Rahmen auch für den Hobbyanwender. Letztgenannte sind im deutschen Handel nicht erhältlich und müssen importiert werden.

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    Das WACOM Cintiq 13HD ist das kleinste Pen Display von Wacom. Trotz der „kleineren“ Größe verfügt es über eine Full-HD Auflösung mit 1920×1080 Pixel. Also Grundsätzlich ausreichend Platz für die Softwareanwendung. Die Vorteile beim Cintiq 13HD ist vor allem der Preis und das Gewicht/Kompaktheit. Mit 850 Euro ist es auch noch gerade auch für den professionellen Hobby-Anwender erschwinglich. Mit 1,2 kg kann man es gut auf dem Schreibtisch oder auf dem Schoß benutzen.

    Hier noch mal die Features im Überblick:

  • 13″ Bildschirm
  • 2048 Druckstufen
  • 1,2 kg
  • IPS Panel, 16,7 Mio Farben, 75% Adobe RGB
  • 1920×1080 Pixel Auflösung
  • 4 ExpressKeys
  • Rocker Ring / Home Taste
  • Neigungswinkel: ja
  • Mutli-Touch: Nein
  • HDMI Anschluss

  • Darren Higgins specializes in portraiture and commercial product photography.

    Das WACOM Cintiq 22HD/22HD touch ist das Modell für den professionellen Anwender. Mit FullHD Auflösung im 22″ Größe hat man einen sehr guten Überblick bei der Gestaltung. 16 Funktionstasten und auf der Rückseite liegende Touchstripes ermöglichen einen reibungslosen Workflow. Im Gegensatz zur Maus und auch zum herkömmlichen Grafiktablett hat man durch dieses Pen Display die Möglichkeit, dass man sieht wo man malt. Dadurch entsteht eine extrem hohe Geschwindigkeit beim Malen oder auch beim Freistellen von Objekten. Das 22HD liegt bei 1700 Euro. Außerdem erhältlich in der Touch Variante. Allerdings funktioniert z.B. die Zwei-Finger-Geste zum reinzoomen in Photoshop nur beim Mac. Der Preisunterschied ist nicht unerheblich, denn das 22HD touch liegt bei 2200 Euro.

    Hier noch mal die Features im Überblick:

  • 21,5″ Bildschirm
  • 2048 Druckstufen
  • 15,3 kg
  • IPS Panel, 16,7 Mio Farben, 72% Adobe RGB
  • 1920×1080 Pixel Auflösung
  • 16 ExpressKeys
  • Touch Stripes
  • Neigungswinkel: ja
  • Mutli-Touch: Nein
  • DVI-I Anschluss

  • Wacom Product/Advertising Photography

    WACOM Cintiq 24HD heißt das aktuelle Flaggschiff von Wacom. Mit einer Größe von 24″ – genau genommen sogar 24,1″ – ist es nicht nur das größte sondern auch mit 28,6 kg das schwerste Pen-Display. Das meiste Gewicht kommt vom Standfuß. Dieser ist nötig, damit sich das Cintiq 24HD wie ein Zeichenbrett verhält und sich sogar über die Tischkante hinweg nach unten schieben lässt. Im Gegensatz zum 22HD kann man das Gerät nicht in sich drehen, dafür aber unterschiedliche Winkel und Positionen einstellen, so das man sehr bequem arbeiten kann. Die Auflösung ist mit 1920×1200 px etwas mehr als FullHD und ermöglicht dem Künstler viel Fläche zum Malen. Das 24HD hat ein Multifunktional-Touch-Ring und 10 Express-Keys. Mit einem Straßenpreis von 2200 ist es vor allem für den professionellen Künstler ausgelegt. Möchte man das 24HD mit Touchfunktion haben legt man fast 3000 Euro auf dem Tisch.

    Hier noch mal die Features im Überblick:

  • 24,1″ Bildschirm
  • 2048 Druckstufen
  • 28,6 kg
  • IPS Panel, 16,7 Mio Farben, 97% Adobe RGB
  • 1920×1200 Pixel Auflösung
  • 10 ExpressKeys
  • Touch Ring
  • Neigungswinkel: ja
  • Mutli-Touch: Nein
  • DVI, RGB und DisplayPort Anschluss

  • Tablet PC / iPad und Co. – Das Gerät für unterwegs

    Das Mal- und Bildbearbeitungsstudio für Unterwegs kann man mit einem iPad, Android oder Windows-Tablet realisieren. Die meist 10″ großen Tablets haben den Vorteil, dass diese sehr leicht sind und man ebenfalls wie bei einen Cintiq sieht wo man malt. In vielen Haushalten finde man heutzutage Tablets – wussten Sie, dass man mit diesen ebenfalls prima Motive digital umsetzen kann?!?
    iOS Apps für das iPad von Apple gibt es sehr viele. Eine Drucksensitivität im Stift muss man allerdings per Bluetooth Spezialstift nachrüsten. Einige Android und Windows Tablets haben sogar die Wacom Technologie, allerdings mit „nur“ 512 Druckstufen, eingebaut.
    Ganz neu sind auch die Wacom Cintiq Companion Modelle, die ein Cintiq 13HD mit einem Android/PC System verbinden.

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    Das iPad ist wohl das bekannteste „Tablet“ auf dem Markt.
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    Samsung Galaxy Note 10.1
    Cintiq-Companion-Hybrid-Tablet
    WACOM Cintiq Companion Hybride

    Mehr zum Thema Malen mit einem Tablet findet man in meinem Buch „Malen mit dem iPad“, Roger Hassler, ISBN: 978-3941656123

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